Ponyliebe

Schlagwort Archiv: Clickern

Clickern a la Kurland

DSC04923Immer mehr beschäftige ich mich in der letzten Zeit mit Möglichkeiten der Gymnastizierung durch Clickern. Dabei stoße ich auf Alexandra Kurland, die eine sehr eigene Clickerschule entwickelt hat, die ich persönlich wahnsinnig spannend finde 🙂 Leider ist es sehr schwer in Deutschland an Material zu gelangen – man kann Frau Kurland aber anschreiben und so Zugang zum Onlinevideomaterial (+ Lehrgang) erhalten. Bis jetzt halte ich mich an Heike und das Clickerforum, wo sehr intensiv und ebenfalls mit Videodokumentation die ein oder andere Kurland-Übung dargestellt wird.

Am interessantesten finde ich die Übung „Why would you leave me“. Das ganze ist eine Übung am Boden, im Zirkel, der mit 8 Hütchen markiert wird. Anfangs wird beim Erreichen jedes Hütchens geclickt, dann begonnen auf die Position des Pferdes zu achten. In der Endposition läuft das Pferd gebogen (ähnlich dem Schulterherein) vor einem her.

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Lesenswert: Die Arbeit als Angebot verstehen

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Schon wieder ein neuer Mittwoch und damit wieder Zeit für einen tollen Artikel, der anregt und (mich) inspiriert. Miri und ich liegen beim freien Spiel wirklich auf einer Wellenlänge 😉 In ihrem neuesten Artikel aus Südafrika schreibt sie:

Wir treffen die Entscheidung, ob das Pferd mit uns arbeiten soll, weil wir es von ihm verlangen, oder ob wir es begeistern können, damit es mit uns arbeiten möchte.
Es liegt in unseren Händen, ob wir dem Pferd gefallen wollen, oder ob uns die Meinung von Zuschauern wichtiger ist.

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Du clickerst?!!!!

Wer beim Lesen der Überschrift eine innere entsetzte Stimme gehört hat scheint ihn schon zu kennen: Diesen Satz, mit dieser einen Betonung – und dem einen Folgesatz, der immer kommt. Ist dein Pferd dann nicht schrecklich aufdringlich??

Nein, ist es nicht!

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Lesenswert: Wie muss der Mensch im Umgang mit dem Pferd sein?

Skári - ein kleines Fotomodell ;)

Skári – ein kleines Fotomodell 😉

So oft schreibe ich es in meinen Artikeln und auch in jedem Fachbuch findet sich dieser Tipp: Clickern funktioniert nur, wenn man ohne Ansprüche, mit viel Geduld und ohne dem Alltag in Kopf mit dem Pferd arbeitet. Ist man unkonzentriert, launisch, ärgerlich oder traurig, ist nicht genug Platz für das Pferd im Kopf und das merkt es sofort. Wenn man dann eh schon schlecht drauf ist, schlägt das „störrische“ Pferd noch schneller aufs Gemüt.

Line schreibt auf Kultreiter sehr eindrucksvoll, wie man als Mensch im täglichen Umgang mit dem Pferd sein sollte: (mehr …)

Clickertraining: Hütchenspiel

CAMERASo schaut ein zufriedenes, müde gespieltes Pony aus (und die Winterrealität bei uns am Stall, grau in grau, mitten am Tag)!

Was wir gemacht haben? Meine Eltern haben mir zu Weihnachten zwei kleine gelbe Pylonen geschenkt – ich nenne sie Hütchen. Grund: Ich nennen Rán doch so gerne Ponyhütchen und den Namen soll sie sich jetzt mal verdienen 😉

Klug wie das Zauberpony eben ist, hat das auch genau 7 Minuten gedauert, bis sie das Prinzip begriffen hat! HACH! Rán braucht doch manchmal so lange und viele Kleinschritte. Mein Tagesplan an diesem Dezembertag war aber nur, die Hütchen mitzubringen und zu sehen, was sie anbietet: Reinbeißen oder umschubsen. Je nachdem wollte ich dann einfach das ganze mal laufen lassen. Und siehe da: Die Dame hat sich für Umschubsen entschieden und nach ca. 1:30 ligt die Pylone – ich hab mich so gefreut, dass Rán sich voll erschrocken hat (Beweis im Video 😉 ). Auch das Aufstellen hat geklappt, allerdings mit tatkräftiger Unterstützung meinerseits – eventuell dauert das noch, bis sie die richtige Technik raus hat und ganz alleine wird es wahrscheinlich nicht gehen, da der Rand der Pylone so schmal ist, da kann sie nicht reinbeißen und auch kaum anstubsen.

Aber hey – ich finde es sooooo toll, dass sie das so schnell begriffen hat. Mal sehen, was ich damit nun so weitermachen kann!

Daher gibt es heute auch keine Schritt-für-Schritt Anleitung, sondern nur den Videolink. Schaut euch die gesamten 6 Minuten an und probiert es mit euren Ponys mal aus – vielleicht habt ihr ja auch so Umschubstalente im Stall stehen?

Hier findet ihr das Video

Habt ihr Ideen für mich, was ich nun mit der Pylonengeschichte so weitermachen kann? In meinem Kopf dachte ich, es dauert bis Ende Januar, bis überhaupt das Umschmeißen gelingt, jetzt bin ich noch nicht so weit, dass ich was kreatives dafür habe! (Klaro, ich übe und festige erst noch das Umschmeißen, brauch auch noch eine SK dafür, aber ich brauch auch ein Ziel 😀 )

Grundlagen des Clickertrainings – Signalkontrolle

Signalkontrolle

Ein wichtiges Thema, besonders am Anfang des Clickerns, ist die sogenannte Signalkontrolle. (Die anderen Beiträge zum Thema Grundlagen oder Wie fange ich eigentlich an, findet ihr hier: Grundlagen des Clickertrainings)

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Signalkontrolle bedeutet, dass man ein Verhalten mit Hilfe eines Signals (ein bestimmtes Wort, eine Geste, eine Zügelhilfe etc) kontrolliert. Das Pferd ruft das Verhalten also nur ab, nachdem es per Signal dazu aufgefordert wurde. Damit ist das Signal selbst schon eine kleine Belohnung für das Pferd, weil es die Möglichkeit bekommt, etwas auszuführen, was es kann und sicher ein Leckerli dafür zu kriegen.

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Lesenswert: Pferdebeschäftigung bei Eis und Schnee

Skári - ein kleines Fotomodell ;)

Herrje,

kaum schaut man sich um, schon ist es wieder Mittwoch und schon wieder Zeit für einen neuen Beitrag der Kategorie „Lesenswert“. Ich hoffe, es ist niemandem aufgefallen, dass dazwischen gar nix kam 😀 Aber sicher ging es euch allen in der letzten Woche genauso wie mir: Viel Zeit für Familie und Freunde, dann noch ein bisschen mit den Fellnasen gekuschelt und schwupps schon ist Silvester Oo Wenn man dann wie ich noch von der Verwandtschaft vergiftet wird, bleibt eh keine Zeit  mehr für irgendwas (außer die Erkenntnis, dass grüne Fliesen im Bad wirkliiiiiiich hässlich sind…und auch durch stundenlanges Betrachten nicht an Schönheit gewinnen können…:P )

Nunja, bis auf die Meeresanwohner hat wohl nun auch jeder den Schnee, nachdem ständig geschrien wurde – ich hoffe, ihr seid mit dem Chaos zufrieden. Ich für meinen Teil bleibe dabei: Wünsche müssen klar differenziert geäußert werden! Ich wünsche mir Schnee ja immer nur im Ausreitgelände und auf Wiesen, flockig weich und ohne Eis, gepaart mit Sonne und wunderbar befahrbaren Straßen. Das wird hier aber nie klappen, bei uns fürchtet sich der Winterdienst nämlich vor Schnee und flieht dann lieber… 😉

Aber: Bei Schnee und Eis das Pferd ausreichend beschäftigen ist nicht immer leicht. Klar – clickern geht immer. Aber ich habe nicht jeden Tag den Kopf zum Clickern – denn dafür muss man schon wirklich gut drauf sein und nicht motzig oder müde am Stall ankommen. Etwas anderes, was ich immer wieder gerne mit dem Pony mache ist das freie Spiel. Also einfach ohne ein „Muss“ oder „Soll“, sondern mit „Wollen“ und „Können“ durch die Gegend schlurfen, spielen, toben, vor Lachen fast platzen und dann wieder ganz ruhig sein <3

Miri von Mein Faible hat erst am Montag genau dazu einen schönen Artikel geschrieben, wie sie sich getraut hat loszulassen und das Spiel zuzulassen. Ich muss sagen: Mir tut das immer richtig gut, einfach nur rumalbern, nicht immer bierernst und alles schön hinterfragt…Neinein, ab und an muss auch mal Quatschi erlaubt sein – und Ráns quietschen, schnauben und die blitzenden Augen scheinen mich zu bestätigen 😉

 

Also schnell – lest euch Miris Schilderung vom „Ersten Mal“ durch und erzählt mir: Wer spielt auch gerne ab und zu?

 

P.S.: Schneebilder reiche ich nach. Könnte grad mit grünen Badfliesen dienen?? 😛

Grundlagen des Clickertrainings – Höflichkeit

Der Einstieg ins Clickern

Du hast bereits verstanden, um was es beim Clickern eigentlich geht und wieso der Click für Lernerfolge so elementar ist? (Wenn nicht, dann empfehle ich dir meine kurze Erklärung hier)

Der perfekte Clicker ist gefunden, die Geschmacksprobe (Quer durch das Sortiment 1 und 2) ist durchgeführt und das perfekte Leckerli, sowie ein geeigneter Jackpot eingekauft? Außerdem hast du schon ein paar Trockenübungen durchgeführt? Das mag doof klingen, hilft aber enorm später das Timing hinzubekommen – Clicken, in die Tasche greifen, Leckerli „füttern“ – das ein paar mal geübt, führt dazu, dass du später schon routiniert bist und nicht durch unnötig langes Warten dein Pferd zum Drängeln einlädst.

Dann geht’s los! Aber wie?

Zum Einstieg muss natürlich erstmal das Pferd auf den Clicker konditioniert werden. Das geht eigentlich ganz einfach: In einem ungezwungenen Rahmen (ich arbeite mit Rán nur frei, sonst verliert die Clickerarbeit für mich die wichtigste Komponente – nämlich die Freiwilligkeit) macht man zunächst nichts anderes als Click + Belohnung (oder auch C+B) – das heißt, du clickst und fütterst in einem möglichst kurzen Zeitabstand (optimal: 2sec) ein Leckerli – du wirst merken, wann dein Pferd den Zusammenhang zwischen dem Geräusch und dem Gutti verstanden hat! Die meisten Pferde werden dann nämlich schnell gierig, aufdringlich, unangenehm. Genau hier greift dann die erste Lektion: Höflichkeit

In meinem Fall habe ich das so gemacht:

  1. Ich stand still und stumm neben Rán. Jegliches an mir Rumgesabbele habe ich hartnäckig ignoriert und bin auch kein Stück zur Seite gewichen.
  2. Irgendwann hat sie mal für eine Nanosekunde den Kopf weg vom Leckerlibeutel bewegt und da kam der Click!
  3. So ging es weiter, immer, wenn der Kopf weg von den Leckerlis ging, gab es C+B.
  4. Irgendwann habe ich damit begonnen, sowohl ein Körpersignal (erhobener Zeigefinger), als auch das Stimmsignal „Artig“ zu etablieren. Ich habe also meinen Zeigefinger gehoben, wenn Rán den Kopf weghat, und habe mit dem Click „Artig“ gesagt.
  5. Diese Übung mache ich jede Woche. Ein verfressenes Pony zu erziehen ist nicht sehr einfach. Nach einem ¾ Jahr kann Rán zuverlässig auf Fingerzeig und/oder „Artig“-Stimmsignal den Kopf wegdrehen und ruhig auf ihre Belohnung warten.
  6. Was sie noch nicht kann ist, dass sie das selbstständig bei jedem Leckerli macht. Das ist noch mein großes Endziel.

Ihr seht also, wie wichtig es ist, diese Übung zu Beginn gut zu etablieren und warum man sie immer wieder üben muss. Denn besonders bei Fressnasen dauert es einfach seeeehr lange, bis der Rüssel automatisch weg vom Futter geht!

Warum Höflicheit sonst noch sooo wichtig und elementar für das Clickern ist, erklärt Marlitt sehr schön in diesem Artikel, denn ich euch zu Beginn (oder auch mittendrin) sehr ans Herz legen möchte! Denn beim Clickern steigt das Erregungsniveau sowohl von Mensch, als auch von Pferd an und dies kann sehr leicht mit verstärkt werden:

„Wer dann auch noch mit einem schon leicht aufgeregten Pferd weiter übt, ein angedeutetes Schnappen trotzdem belohnt oder generelle Unruhe ignoriert, der wird eben diesen schon vorhandenen Erregungslevel in sein weiteres gesamtes Training immer weiter integrieren“ (Marlitt Wendt)

Lasst euch nicht verunsichern – Clickertraining ist anspruchsvoll für Mensch und Pferd und macht dennoch unendlich viel Spaß! Gerade dadurch, dass man auf so viele Kleinigkeiten achtet, entsteht am Ende etwas tolles, großes Ganzes!

Bleibt dran 🙂