Ponyliebe

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Tipp: Shooting mit langem Wallekleid

Der Sommer naht, die Obstbäume blühen, die Vögel singen, die Pferde scheinen und glänzen im kurzen Sommerfell, die Abende sind lang und bringen wunderschönes Zauberlicht mit sich…kurzum: Die ideale Fotozeit ist da! Bei all dem Kitsch, was liegt da näher diesen bildtechnisch noch zu fördern, und ein langes Wallekleid zu tragen. Am besten auf einem freien Pferd über eine Wiese galoppieren, das Kleid weht hinter dir her, während die Sonne alles in romantische Stimmung taucht.

Klingt klasse, gell? Dieser Post bietet dir Tipps und Tricks, angefangen vom Kleid bis zum Pferd, so dass auch du diesen Sommer ein solches Bild kriegen kannst 🙂

 

 

1) Das Kleid

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Lieblinge: Ekzempflegeprodukte ohne Chemie

Seit Anfang des Jahres haben wir im Kampf gegen das Ekzem zwei tolle neue Produkte im Einsatz, die ich euch nur wärmstens empfehlen kann!

In einem früheren Post habe ich schon erwähnt, dass wir chemiefrei „arbeiten“, also übliche Mittel wie beispielsweise Equimyl nicht mehr benutzen wollen. In einem ersten Testsommer hat dies auch genauso gut geklappt, wie in den Jahren vorher, was für uns der Beweis war, dass die Chemie wirklich unnötig ist! Richtige Produkte gegen das Sommerekzem, die chemiefrei sind, hatten wir bisher nicht gefunden.

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Fallbeispiel: Mit dem Wasserschlauch abspritzen

Vergangene Woche habe ich euch in meiner neuen Serien „Sommerprobleme“ erklärt, wie man dem Pferd beibringen kann, dass das Abspritzen  mit dem Wasserschlauch tatsächlich gar nicht sooooo dramatisch ist, wie gedacht. Mich haben einige Fragen dazu erreicht und auch die Bitte, diese Theorie an einem konkreten Fallbeispiel zu erläutern. Heute also für euch: Ein Fallbeispiel + Lösung.

 

Dazu möchte ich folgende Dinge anmerken: Es gibt keine pauschale Lösung! Jedes Pferd reagiert anders, Lebewesen sind nicht programmierbar und sollen es auch nicht sein 🙂 Ich denke mir hier ein Beispiel aus, wie man es durchaus alltäglich an Reitställen sehen kann. Den Lösungsweg den ich euch vorgebe, könnt ihr zu 99% nicht 1 zu 1 umsetzen, sondern müsst euch eben danach richten, was euer Pferd bereit ist zu tun. Aber ich denke, der Lösungsweg gibt euch eine Idee vor, die euch hilft, klar und strukturiert zu denken und Geduld zu bewahren!

Bevor du loslegst: Bitte nochmal diesen Artikel lesen, da ist mein Fragen-Prinzip erklärt 🙂

Fallbeispiel

Lady ist ein braves und sehr zuverlässiges Pferd. Ohne Probleme macht sie immer alles mit und bereitet wirklich nie Probleme. Außer beim Thema Abspritzen…bis zum Waschplatz führen geht ohne Probleme, aber wehe ihre Besitzerin Antonia geht zum Wasserschlauch. Dann verwandelt sich die brave und liebe Lady in ein panisches, unberechenbares Pferd.

Was tun?

DSC05830

Lösungsansatz

 

Schritt 1: Den Angstauslöser durch Ausprobieren herausfinden 

Da Lady den Waschplatz an sich nicht negativ ansieht, sondern sich anscheinend vor dem Schlauch oder dem Wasser fürchtet, muss zuerst herausgefunden werden, was genau ihr solche Panik verursacht. Ich würde daher zunächst Wasser aus einem Eimer holen und an einem völlig anderen Ort ausprobieren, ob sie sich davor fürchtet (d.h. sie auch damit abwaschen, zB mit einem Schwamm; oder sie damit anzuspritzen) – wir gehen an dieser Stelle davon aus, dass sie sich nicht vor dem Wasser, sondern vor dem Schlauch fürchtet (damit ist natürlich auch das gefährlich, was diese fürchterliche Gummischlange ausspuckt, aber das zu beheben ist leicht machbar 🙂 )

Schritt 2: Den Gummischlauch aus dem Zusammenhang nehmen und die Angst abbauen

Da die Angst ja anscheinend vom Wasserschlauch ausgelöst wird, würde ich diesen nun an anderer Stelle präsentieren und zuerst dort positiv besetzen. Warum? Weil Dinge, wenn man sie aus bekannten Situationen herausreißt, plötzlich neu sind und dann die Neugierde, sie doch näher anzuschauen, größer ist. Außerdem kann es auch passieren, dass der Schlauch am Paddock (oder wo auch immer) plötzlich gar nicht mehr beängstigend ist. Dann wäre die Panik nämlich doch ortsgebunden!

Wie  mache ich das? Ich stelle folgende Fragen an das Pferd (und gehe immer erst dann eine Frage weiter, wenn das Pferd soweit ist!):

1) Der Schlauch liegt am Boden. Zusammen mit dem Pferd näherst du dich, bleibst aber in angemessener Entfernung stehen. Die Frage an dein Pferd lautet: Kannst du hier mit mir stehen bleiben, ganz ruhig und entspannt, obwohl da drüben der Schlauch liegt? Du bleibst so weit vom Schlauch weg, dass dein Pferd die Frage sicher mit JA beantworten kann 🙂

Prinzipiell gilt: Um druckfrei zu arbeiten, MUSST du die Fragen so stellen, dass dein Pferd JA darauf antworten kann. Ist die Antwort zu schwierig, dann baut sich Leistungsdruck auf, der gegebenenfalls die Lernleistung abschwächen kann.

2) Schaffst du es, dich dem Schlauch ein wenig mehr zu nähern?

Gemeinsam geht ihr ein Stückchen weiter und verlasst den Komfortzonenbereich. Ein Stückchen ist wirklich nur ein winzig kleines Stückchen!!

Diesen Schritt wiederholst du so lange, bis ihr sehr nahe am Schlauch angekommen seid und dein Pferd diese Nähe super ertragen kann. Dieser Prozess kann in wenigen Minuten geschehen, aber auch Tage dauern!

3) Ist es für dich ok, wenn ich nicht mehr neben dir stehe, sondern am Schlauch bin?

4) Kann ich den Schlauch anfassen?

5) Kann ich den Schlauch sogar bewegen (nicht auf dich zu, sondern von dir weg)??

Spätestens an dieser Stelle muss auch für das mutigste Pferd Schluss sein! Überlege dir mal, wie tapfer Lady war, wenn sie all diese Fragen bezüglich des Gruselgegners mit Ja beantwortet hat und gerne mit dir zusammen gearbeitet hat. Das muss mit einer Denk- und Lernpause von mindestens einem Tag belohnt werden <3

6) Traust du dich dem Schlauch nachzugehen, ihn zu verfolgen?

Wenn all diese Punkte zuverlässig sitzen, nie Panik hervorrufen oder andere Anzeichen von Unwohlsein würde ich beginnen die gleichen Schritte am Waschplatz zu wiederholen. Wenn auch dort das alles gar kein Thema mehr ist und auch wirklich nur dann würde ich langsam das Wasser mit hinzunehmen!

7) Ich lasse ganz sachte Wasser plätschern, weit von dir entfernt. Ist das ok für dich? Kannst du trotzdem hier bleiben?

Aus dem Wasser plätschern wird nach und nach mehr, bis am Ende der normale Wasserstrahl aus dem Schlauch kommt, den du auch zum Abspritzen benutzt. Bisher muss dein Pferd nur in der Nähe stehenbleiben, das Wasser berührt es noch nicht!

8) Wenn das Wasser ganz sachte plätschert, darf ich den Strahl dann ein bisschen auf dich richten? (Hier würde ich zunächst auf den Boden vor dem Pferd zielen – erst wenn das ok ist, würde ich an den Beinen beginnen, eher an den Hinterhufen, damit es nicht aus Versehen an den Kopf spritzen kann)

Von nun an würde ich auch hier stetig steigern. Immer wenn neue Körperstellen hinzukommen, würde ich wieder mit einem ganz sachten Wasserstrahl beginnen und auch nie direkt beim Bauch anfangen, sondern immer von unten nach oben tasten!

Das Gesicht würde ich niemals abspritzen, sondern mit einem nassen Schwamm abwischen.

 

Wenn bei all diesen Fragen ein Ja oder ein kleiner Schritt hin zum Ja ausgiebig belohnt werden und neue Teilerfolge regelrecht gefeiert werden, dann sollte Lady nach und nach ihre Panik am Waschplatz verlieren und irgendwann ganz entspannt dastehen. Natürlich muss irgendwann nicht mehr jeder kleinste Schritt belohnt werden, das Lob ganz ausschleichen würde ich hier aber nie! Stimmlob, Kraulen und v.a. am Ende ein Leckerli wären für mich unerlässlich! 

 

Wie findest du diesen Lösungsweg? Hilft dir das Beispiel weiter?

 

 

 

 

 

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