Ponyliebe

Clickergrundlagen: Das Target

Immer wieder geht es um die Frage: Was mache ich mit meinem Pferd, wenn wir noch am Beginn des Clickertrainings stehen. Neben den Themen Konditionierung und Höflichkeit, schlage ich auch immer wieder das so genannte Targettraining vor. Beim Clickern mit Pferd ist dies meine absolute Lieblingsübung, die ich in jeder Einheit einbaue. Das Targettraining ist sehr vielfältig und dient häufig als Grundlage für komplexere Verhaltensketten. Dabei ist es aber für das Pferd sehr einfach zu erlernen und auch für den Menschen nicht schwierig umsetzbar. In diesem Artikel erkläre ich dir kurz und knapp, was Targettraining eigentlich ist und wieso auch du es unbedingt ins tägliche Training einbauen solltest!

Was ist Targettraining?

Target ist Englisch und bedeutet übersetzt: Das Ziel. Unter einem Target versteht man im Clickertraining also ein „Zielobjekt“. Sinn des Trainings ist es, dass das Pferd lernt, dieses Zielobjekt zu berühren und ihm zu folgen.

Dabei kann ein Target höchst vielfältig beschaffen sein. Am einfachsten ist die eigene Hand, wobei man darauf achten muss, wie man diese formt (Faust, flach, mahnend, etc) – denn diese Form muss erhalten bleiben. Ich arbeite beim Handtarget ausschließlich mit einer Faust, um zu vermeiden, dass das Pferd mir immer hinterherläuft, wenn ich meine Hand in normaler Entspannungshaltung habe.

Neben der Hand sind andere Möglichkeiten der Knauf einer Gerte, ein Tennisball auf einem Stock, ein sogenannter Targetstab oder auch eine Fliegenklatsche.

Ich persönlich arbeite meist mit einer XXL-Fliegenklatsche, meiner Hand und einer Gerte. Pferde können die unterschiedlichen Gegenstände gut trennen – solange du sauber mit Signalkontrolle arbeitest 😉

XXL Fliegenklatsche in orange

Mein Lieblingstarget – die XXL-Fliegenklatsche

Wie baue ich Targettraining auf?

Auch hier gilt wieder, wie bei jeder Clickereinheit mit dem Pferd: Möglichst kleinschrittig vorgehen, das Pferd nicht überfordern und gemäß des  Fragenprinzips dem Pferd die Antwort „ja“ immer ermöglichen. Ganz grundsätzlich beginnt man hier mit dem Zeigen des Targets und erarbeitet dann schrittweise das Folgen des Gegenstandes. Ich gehe meist nach dem folgenden Prinzip vor, möchte allerdings erwähnen, dass kein Pferd gleich lernt und die Schritte daher unterschiedlich lang sein können oder auch anders ausfallen können 🙂

 

  • Ich zeige dir ein Target- traust du dich, es zu beachten?

 

  • Wenn ich das Target ganz nah vor deine Nase halte, traust du dich, es zu berühren?

 

  • Hast du auch keine Scheu dabei?

Zu Beginn des Trainings wird das Pferd ziemlich sicher durch Zufall das Target berühren. Das macht nix – trotzdem loben! Ab einem gewissen Zeitpunkt merkt man, dass das Pferd gezielt das Target berührt – dann hat es den Zusammenhang zwischen dem Target und der Belohnung verstanden, weiß also, dass das Ziel die Berührung ist!

Wichtig ist hier der richtige Click! Geclickt wird nur, wenn das Pferd das Target berührt. Nicht bestärkt werden darf ein Schnappen oder Beißen!

Ebenso wichtig ist, dass du ab dem Moment, wo dein Pferd die Verknüpfung hergestellt hat, ein Signal mit erarbeitest. Beispielweise das Wort „touch“ – kurz bevor dein Pferd das Target berührt, sagst du dann jedesmal „Touch“. Mit der Zeit soll es dazu übergehen, dass du dein Signal gibst und das Pferd erst dann die gewünschte Handlung zeigt. Oder andersherum gesagt dient das Signal dazu, dass dein Pferd nicht immer und automatisch die Gerte anstupst, nur weil du sie gerade in der Hand hältst, sondern dies eben nur dann tut, wenn auch die entsprechende Aufforderung von dir dazu erfolgt.

Pony berührt mit Maul die XXL-Fliegenklatsche

Rán zu Beginn unserer Targetarbeit mit der XXL-Fliegenklatsche.

Wenn das Pferd zielsicher dabei ist, kann es mit folgenden Schritten weitergehen:

  • Kannst du dem Target folgen, wenn ich es dir in verschiedenen Höhen präsentiere?

Ziel ist es dabei, dass das Pferd lernt, sich von dem Target führen zu lassen. Darauf aufbauend kann man dann entscheiden, ob man möchte, dass der ganze Pferdekörper vom Target berührt wird – also ihm folgt. Das erleichtert z.B. das Erlernen des Longierens, oder auch die Freiarbeit.

Oder ob nur ein bestimmtes Körperteil dem Target folgen soll – beispielsweise die Nase, um darauf aufbauend Ja/Nein sagen zu lernen, oder das Bein, um darauf aufbauend den spanischen Schritt zu erarbeiten.

Pony folgt Mensch mittels Handtarget frei auf einem Stoppelfeld

Rán bei der Freiarbeit – sie folgt meinem Handtarget (linke Hand zur Faust).

Das war eine kurze und knappe Einführung in meine Lieblingsübung, dem Targettraining. Mehr dazu kannst du auch auf folgenden Seiten lesen:

 

 

 

 

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5 Kommentare

  1. Saskia von PferdeSpiegel

    Hallo Ann-Christin,

    wir haben vor ein paar Wochen auch mit dem Clickern angefangen und als erstes mit dem Target („Mini“-Fliegenklatsch) angefangen. Wingardio hat es ziemlich schnell verstanden und freut sich sichtlich, wenn er das Ding sieht…teilweise etwas übermotiviert. Werde im Stall zwar etwas komisch angeguckt, aber dann sind sie auch wieder erstaunt was ich alles mit so einer Plastikfliegenklatsche aus meinem Pferd rausholen kann 🙂

    Liebe Grüße, Saskia

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    1. ponyliebe (Beitrag Autor)

      Hihi – ja, da kann man dann doch ganz schön staunen 🙂 Viel Spaß euch weiterhin!

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  2. Pingback: So bringst du deinem Pferd den spanischen Gruß bei

  3. Sternchen

    Hey,
    Bin neulich zufällig auf deinen Blog gestoßen, wirklich sehr Interessant. Jetzt überlege ich ob ich mit meinem Pony auch anfangen soll zu clickern. Kurz in Amaton „Clicker“ gesucht und viel gefunden. Da gibt es wirklich einen Clicker für 0,05€! Was für einen Klicker nutzt du und wo kann ich ihn kaufen?
    Mfg. Sternchen

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    1. ponyliebe (Beitrag Autor)

      Hej du,
      danke dir für dein Lob 🙂
      Ich habe immer diese „Boxclicker“, mag die am liebsten in der Hand. Kaufen tu ich sie hier einem Hundeladen, namens Hundemaxx, und auch möglichst die billigste Variante. Die halten einfach am Besten irgendwie 😉

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