Ponyliebe

Meine 4 Tipps für dein perfektes Clickerleckerli

Erst in meinem Inhalationsartikel habe ich berichtet, wie mühevoll das Clickertraining ist, wenn der bekannte Motivator „Futterlob“ wegfällt. Zwangsweise mussten wir das Inhalieren ohne Futter erarbeiten, weil die Maske Futtergabe nicht zulässt. Für mich ist dabei der bekannte Satz „Man muss den höchsten Motivator für ein Tier finden“ sehr deutliche Realität geworden – die Rán braucht Futter, alles andere motiviert sie nicht genug.

Schon vor einer langen Zeit habe ich mit euch meinen Futtertest geteilt – darin habe ich mich vor allem mit Obst- und Gemüsesorten auseinandergesetzt, die man theoretisch als Belohnung beim Clickern einsetzen kann. Mein Ziel war es, einmal für mich herauszufinden, was man einem Pferd überhaupt bedenkenlos füttern kann, aber auch, was mein Pferd eigentlich gerne frisst und was für sie ein richtig genialer Jackpot ist.

Dennoch erreichen mich täglich viele Fragen zum richtigen Belohnungsfutter beim alltäglichen Clickertraining. Daher fasse ich heute für euch nochmal die 4 wichtigsten Tipps zusammen, die du beachten musst, wenn du auf der Suche nach dem perfekten Clickerleckerli bist! 🙂

Pferd beim Flehmen / Lachen

Rán freut sich schon auf ihre Belohnung 😀 Halfter ist von Herr Pferd

Tipp 1: Clickerleckerli sind vielfältig

Die meisten Menschen haben bei dem Wort „Clickerleckerli“ oder auch „Belohnung“ das Bild eines Leckerlis vor dem inneren Auge schweben. Dabei kann die Belohnung im Clickertraining mit Pferden wesentlich mehr! Einsetzen lassen sich u.a.:

 

  • kleine Clickerleckerli, die um ein vielfaches kleiner sind als das gängige Pferdeleckerli
  • selbstgebackene Leckerli, schön kleingebrochen
  • Hafer, zum direkt aus der Hand lutschen
  • Pellets, die sich in vielen Geschmacksrichtungen finden lassen und somit für jedes Pferd was dabei ist; Luzernepellets eignen sich für viele Pferde, bei denen auf die Ernährung geachtet werden muss
  • Heucobs, die nicht (!) aufgeweicht werden müssen – besonders spannend für Rehepferde, die praktisch alles andere nicht haben dürfen

 

Tipp 2: Benutze nährstoffarmes Futter als Alltagsbelohnung

 

Dies hat zwei Gründe:

  1. Du bringst die Essensplanung deines Vierbeiners nicht ganz aus dem Konzept.
  2. Wenn du deinem Pferd nach jedem Click ein total tolles Jackpotfutter gibst, kannst du ihm nie zeigen, dass es gerade etwas supermegatolles gemacht hat. Außerdem wird das Jackpotfutter dann schnell zur Normalität… Ich kenne viele Pferde, die mit Heu(cobs) geclickert werden und ich kenne mind. genauso viele, die das niemals akzeptieren würden. Rán z.B. arbeitet super mit, wenn ich mit Karotten belohne, diese ab und an mit Mini Leckerlis mische und es dann eben nur als Jackpot einen halben Apfel oder eine halbe Birne gibt.

 

Islandpony nimmt Leckerli von Hand auf

Vanessas Boggi nimmt das Leckerli hier sehr vorsichtig und gesittet aus der Hand.

Tipp 3: Finde den Lieblingsjackpot deines Pferdes

Einen Jackpot benutzt du immer dann, wenn dein Pferd eine besonders gute Leistung erbracht hat. Also z.B. dann, wenn es genau die richtige Ausführung in einer Übung gezeigt hat oder wenn es die richtige erste Idee gefunden hat. Das musst du ihm natürlich zeigen und wie geht das besser, als mit der tollsten Belohnung der Welt für dein Pferd?

Hm… du weißt gar nicht so genau, welches Futter dein Pferd so richtig glücklich macht? Dann musst du das unbedingt herausfinden! Ich habe damals mit Rán, aber auch mit Fáfnir, einen Futtertest durchgeführt. Bei Rán kam heraus, dass für sie eine Birne das absolute Non-plus-Ultra ist; ebenfalls absolut top findet sie die Leckerli der Leckerli Fabrik, oder welche, die ich selber mache. Fáfnir dagegen steht total auf Äpfel und Bananen.

Wenn sich eines der Ponys einen Jackpot verdient hat, passiert folgendes: Sie bekommen richtig glänzende Augen und einen sehr großen Motivationsschub, genau das nochmal zu zeigen, was zu dem beliebten Futter geführt hat!

Es lohnt sich also wirklich herauszufinden, was der Jackpot für dein Pferd ist.

DSC02384

Tipp 4: Warum normale Leckerli ein No-Go sind

 

Normale Leckerli sind viel zu groß, um sie als Alltagsclickerleckerli einzusetzen. Dein Pferd braucht zu lange, um die Belohnung aufzufressen. Daraus ergeben sich zwei Probleme: Damit Clickertraining erfolgreich ist, brauchst du eine hohe Clickrate – die hast du nicht, wenn dein Pferd an jeder Belohnung mind. 1 Minute oder länger herumkaut. Außerdem kann es passieren, dass dein Pferd während dem Fressen ein ungewünschtes Verhalten zeigt und dieses mitbelohnt wird.

Neben dem Größenproblem enthalten praktisch alle handelsüblichen Leckerli seltsame Inhaltsstoffe, die meines Erachtens nichts im Pferd zu suchen haben. Allen voran eine große Menge Zucker, hinzu kommen oft Geschmacksverstärker, Bäckereierzeugnisse (also Abfallprodukte!), Aromastoffe und Vitamine?! Nein danke. Das kommt nicht in mein Pferd!

 

Du möchtest trotzdem Leckerli einsetzen? Kein Problem – ich habe nachfolgend mal meine drei Leckerliempfehlungen für dich aufgeführt!

Meine Leckerliempfehlungen

  • selbst backen

Wenn du deine Leckerli selber bäckst, hast du einen unschlagbaren Vorteil: Du weißt ganz genau, was sich darin  befindet und du kannst auf den Tag genau bestimmen, wie alt sie sind!

Es gibt im Internet viele tolle Rezepte, diese haben jedoch oft eine Hauptzutat: Zuckerrübensirup… Ja gut… Rán liebt die Variante mit Rübensirup heiß und innig, mit nichts kann man dieses Pony glücklicher machen. Also gibt es die so ab und an mal.

Rezept ist folgendes:

 500g Haferflocken
1 Schuss Wasser
geriebene Äpfel/Möhren/Bananen
3 Eßlöffel Zuckerrübensirup

Zubereitung:
Die Haferflocken mit Wasser verrühren, bis ein zäher Brei entsteht. Dann die geriebenen Äpfel/Möhren/etc hinzufügen. Anschließend  Zuckerrübensirup unterheben.
Dann die zähe Masse auf ein gefettetes Backblech streichen und bei 180-200 Grad backen bis sie braun und fest ist (ca. 1 1/2 Stunden, je nach Konsistenz des Teiges). Anschließend den Teig abkühlen lassen und in Stücke schneiden.
Bitte erst am zweiten Tag nach dem Backen verfüttern! 

Weil ich ja aber eigentlich keinen Zucker ins Pferd stopfen will, braucht es ein anderes Rezept. Ideal eignen sich Haferflocken, in Kombination mit Lieblingsfutter des Pferdes. Sei es Banane, Apfel, Karotte…

Lina von Nordfalben hat da einen super Artikel geschrieben, den ich dir nur ans Herz legen kann

  • Dreesy

Bei Dreesy gibt es Clickerleckerli, die von Größe, Form und Festigkeit perfekt sind. Den Ponys, mit denen ich arbeite, schmecken sie außerdem hervorragend. Einzig und allein ein Minuspunkt gibt es hier: Der Mais… Maismehl finde ich wieder suboptimal in der Fütterung. Aber immerhin besser als all das Zeug, mit denen handelsübliche Leckerli angereichert sind!

 

Als Tipp: Auf Pferdemessen sind sie immer mit einem Stand vertreten – da kann man dann richtig sparen und der große Eimer hält bei mir ca. 1 Jahr (also genau bis zur nächsten Messe 😛 )

 

  • Leckerli Fabrik

Absolut ans Herz legen kann ich euch die Produkte der Firma Leckerli Fabrik !

Leckerli 11_2014 (12) a

Anja backt alle Leckerli selber und achtet bei ihren Produkten darauf, auch getreidefreie oder zuckerfreie Sorten anbieten zu können. Ich habe schon viele der Sorten durchprobiert und kann euch nur sagen, dass alle Ponys absolut begeistert sind! Rán darf die Leckerli leider nur als Jackpot haben, weil sie sonst zu einem Gierschlund mutiert, mit dem man nicht mehr arbeiten möchte. Fáfnir hingegen nimmt diese Leckerli am besten an – alle anderen genannten Sachen spuckt er nach 10mal geben wieder aus.

Weil ich so begeistert bin, habe ich Anja um ein kurzes Statement zu ihren Produkten gebeten:

„Zu den Leckerlis kam ich schon als Kind, ich habe mit 12 Jahren angefangen zu reiten und schnell hörte ich, dass man Leckerlis auch selbst backen kann. Damals, es ist immerhin schon 17 Jahre her, gab es nur 2-3 Rezepte die ich gefunden habe. Ich meine es war in Pferdebüchern, Internet und Google war da noch unbekannt. Somit probierte ich die ersten Leckerlis aus, mit Cornflakes und Müsli, Karotten, Bananen und Sirup. Und schon damals schmeckte es den Reitern genauso gut und somit kam selten etwas davon beim Pferd an. Über Jahre probierte ich viele Rezepte aus und auch die Formen wurden immer wieder verändert. Diese verschenkte ich dann an Freunde und machte sie für mich selbst, da ich viel Bodenarbeit und Freiarbeit mit meiner Stute Ebony mache. Ende 2011 hatte ich wieder Weihnachtsleckerlis gebacken und liebevoll verpackt an alle Pferdefreunde verschenkt. Gerade da kam immer mehr Zuspruch, sodass ich mich 2012 entschied, die leckerli-fabrik zu gründen. Bis Ende 2014 als Kleingewerbe und seit 2015 als Firma mit Online-Shop, wo es auch Bodenarbeits-Equipment der Firma Brockamp gibt. Im Geschäft in Worms sind die Leckerlis ebenfalls erhältlich, sowie auf Turnieren, Messen und Veranstaltungen. Es gibt für die Bodenarbeit beispielsweise die MINI´s oder zucker- und getreidefreie Leckerlis, die LIGHT Leckerlis. Wichtig war mir schon immer, dass in den Leckerlis keine Chemie wie Aromastoffe oder Konservierungsstoffe rein kommen. Genauso wenig wie „Industriereste“, denn auf vielen Leckerli-Packungen ist undefinierbar, was eigentlich verwendet wird. Ich verwende nur regionale oder Bio Lebensmittel, denn ich möchte meinem Pferd auch nur das geben, was ich selbst essen möchte.“

Anja Rudolf

Wie ihr ja wisst, bin ich ein großer Fan von Nachhaltigkeit, regionaler Unterstützung etc. Anjas Philosophie spielt mir da direkt in die Taschen 🙂

 

 

Nochmal kurz und bündig für euch die wichtigsten Tipps zusammengefasst:

  1. Clickerleckerli sind sehr vielfältig und jedes Pferd hat andere Vorlieben

  2. Es wird zwischen Alltagsbelohnungen, die möglichst nährstoffarm sein sollten, und Jackpots unterschieden. 

  3. Es lohnt sich, einen Jackpotfuttertest mit dem Pferd zu veranstalten, um die beste Belohnung für das Pferd zu finden (kann man genau so auch mit Alltagsbelohnungen testen! 🙂 )

  4. Normale Leckerli enthalten viel zu viel „Müll“, der nicht ins Pferd gehört, v.a. nicht in größeren Mengen – daher dringend Alternativen suchen! 

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Mehr zum Thema „Leckerli“, v.a. auch viele Tests für EMS/Rehe-Pferde findet ihr bei Sabine von Clickerpony

Auch Petra von der Pferdeflüsterei hat sich umfassend mit dem Thema Futterlob beschäftigt – sie arbeitet ja nicht mit Clickertraining, warum sie aber dennoch für Futterlob ist, erfährst du hier.

Was fütterst du deinem Pferd beim Clickern? Hast du auch so einen  großen Birnenfan?

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