Ponyliebe

Gastartikel: Chronischen Pferdehusten erkennen und behandeln (Dämpfigkeit)

Rán leidet unter COB. In meinem letzten Artikel habe ich ja erläutert, wie wir das Inhalieren  mittels positiver Bestärkung antrainiert haben. Da mich danach einige Fragen erreichten, was dieses COB eigentlich genau ist, habe ich mich mit der Seite pferde-daempfigkeit.de zusammengetan und diese um einen Gastartikel gebeten, in dem die wichtigsten Fragen von euch geklärt werden! 🙂

 

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Die Lungenkrankheit COB – auch als Dämpfigkeit bekannt – betrifft etwa eines von zehn Pferden. Wie äußert sich die COB, was sind die Folgen und was kann ich tun, um mein Pferd zu schützen?

 

Das Kürzel COB steht für chronisch obstruktive Bronchitis und bezeichnet eine fortschreitende Erkrankung der Pferdelunge, bei der sich die unteren Atemwege (Bronchien) zunehmend verengen.

Von Dämpfigkeit ist umgangssprachlich die Rede, wenn ein Pferd unter fortgeschrittener COB leidet.

 

An welchen Anzeichen erkennt man eine COB?

 

  • chronischer Husten – meist am frühen Morgen – ist das Hauptsymptom der COB
  • Atembeschwerden
  • die körperliche Belastbarkeit nimmt ab
  • allgemeine Empfindlichkeit der Atemwege bei Belastung oder gegenüber äußeren Reizen wie Heustaub und Kälte steigt

 

Mit welchen Folgen ist zu rechnen?

 

Die COB ist eine schleichende Erkrankung, die mit leichten, aber chronischen Symptomen beginnt. Der weitere Verlauf hängt stark davon ab, in welchem Stadium die Behandlung eingeleitet wird.

Bleibt die Therapie aus, setzen sich die entzündlichen Prozesse in der Lunge fort. In der Folge nimmt die Belastbarkeit des Pferdes ab und die Beschwerden treten vermehrt auf. Ein dämpfiges Pferd mit weit fortgeschrittener COB zeigt schon bei geringer Anstrengung Atembeschwerden und ist nicht mehr reitbar.

Wichtig: Je früher eine COB diagnostiziert wird, desto besser lässt sich dieser Verlauf aufhalten und die Erkrankung therapieren.

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Was bringt die medikamentöse Behandlung?

 

Durch die Gabe von entzündungshemmenden und bronchialerweiternden Medikamenten können die entzündlichen Prozesse in der Lunge aufgehalten und die Atembeschwerden reduziert werden.

Die Inhalation der Wirkstoffe ist dabei gegenüber der systemischen Verabreichung als Spritze oder Tablette unbedingt zu bevorzugen. Mithilfe spezieller Inhaliergeräte für Pferde (z.B. einem RC-Animal Chamber Pferd, wie im Bild oben) gelangt das zerstäubte Medikament direkt an den Ort der Erkrankung – nämlich in die Lunge – und kann dort seine Wirkung besser entfalten.

Wie kann ich mein Pferd schützen?

 Die steigende Anzahl von Atemwegserkrankungen bei Pferden hängt eng mit der modernen Stallhaltung zusammen. Schlechte Belüftung, Heustaub und Schimmelpilzsporen stellen eine konstante Belastung für die Pferdelunge dar.

 

Um bereits erkrankte, aber auch lungengesunde Tiere zu schützen, ist es deshalb sinnvoll, die Haltungsbedingungen zu optimieren:

  • Weichen Sie Stroh und Heu direkt vor der Fütterung in Wasser ein, um es vom schädlichen Heustaub zu befreien.
  • Als Einstreu ist staubfreier Rindenmulch eine hervorragende Alternative zu Stroh.
  • Sorgen Sie für eine gute Belüftung im Stall. Im Sommer empfiehlt sich eine ganztägige Weidehaltung.
  • Akute Infektionen der Atemwege sollten gründlich auskuriert werden, bevor das Pferd wieder belastet wird.
  • Grundsätzlich ist viel Bewegung (auch bei dämpfigen Pferden) hilfreich, um die Lungenfunktion zu erhalten.

 

Tanja zeigt uns hier Einblicke in ihr Pferdeparadies, in dem sich auch COB Pferde wohl fühlen könnten 🙂 

Vielen herzlichen Dank an Herrn Conradi, der mir die Fragen für euch beantwortet habt! Noch mehr Informationen zum Thema findet ihr unter  www.pferde-daempfigkeit.de

Hast du auch ein krankes Pferd? Wie ergeht es dir damit?

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3 Kommentare

  1. Babsi

    Huhu 🙂
    Mein Pferd hat zwar keinen Chronischen Husten jedoch ECS. Bei ihr hat es sich mit Hufrehe, Fettpolstern über den Augen, dickes/struppiges Fell und schwitzen ohne Grund geäußert. Ich glaube für sie ist es seit dem sie die Tabletten bekommt, nicht weiter schlimm allerdings muss ich jeden Abend damit kämpfen irgendwie die Tabletten in sie zu bekommen. (Einige Sachen darf sie nun ja auch nicht mehr fressen) Ansonsten hat sich aber nichts weiter geändert. Klar muss man auf die Verfassung des Pferdes achten und je nachdem entscheiden ob man mit ihr arbeitet oder nicht aber das ist durchaus machbar 😉

    Antworten
    1. ponyliebe (Beitrag Autor)

      Ja! Sehe ich genauso! Ich finde es super, dass du da auf dein Pferd achtest und es mit der Krankheit im Hinterkopf beschäftigst 🙂

      Antworten
      1. Babsi

        Übrigens finde ich deinen Blog super! Mach weiter so. Besonders die Ikea Hacks liebe ich 🙂

        Antworten

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