Ponyliebe

Warum sich Hartnäckigkeit lohnt

Gestern war es soweit. Die Arbeit von einem Jahr hat sich ausgezahlt. Meine Saat hat eine reife Ernte hervorgebracht und ich wurde reich belohnt für meine Geduld und Hartnäckigkeit!

Seit über einem Jahr arbeite ich immer wieder frei mit Rán. Lediglich mittels Körpersprache und meiner eigenen Energie versuche ich sie zu arbeiten, mit ihr zu einer Einheit zu verschmelzen, gemeinsam zu tanzen.

_DSC0603_webParallel dazu übe ich verstärkt „Grastraining“ – d.h. ich konditioniere Rán darauf, dass es sich voll und ganz lohnt mir ab und an auch auf einer Wiese Aufmerksamkeit zu schenken. Ich habe auch in der Zwischenzeit das Kommando „Grasen“ etablieren können, d.h. nur mit dieser Aufforderung darf sie bei Spaziergängen oder Ausritten grasen. Es klappt immer besser!

Liberty arbeite ich normalerweise nur bei uns am Paddock. Das möchte ich aber eigentlich nicht, denn das ist ihre Ruheoase, der Ort, an dem sie sich entspannen können soll und kein Arbeitsort. Sonst haben wir aber nur einen Roundpen, den ich dafür völlig ungeeignet finde, weil viel zu wenig Platz. Bleiben also noch unsere tollen Wiesenflächen. Bisher habe ich mit Rán kaum auf den Wiesen etwas gemacht und wenn war sie sehr maulig und stutenmotzig und wollte nichts, außer grasen.

Gestern war es wahnsinnig heiß und ich hab sie kurz auf die Wiese gelassen, in erster Linie wollten wir ein paar neue Bilder machen und das Licht war dort so schön. Einer inneren Eingebung folgend habe ich dann einfach mal angefragt, ob sie nicht Lust hat, mit mir ein bisschen zu spielen und zu toben. Am Anfang hat sie etwas Überzeugung durch meine Hand am Halfter gebraucht, aber dann ging es ganz von alleine, nur durch meine Energie usw.

_DSC0633_webSchlussendlich hat mir das weltbeste Pony noch das größte Geschenk gemacht, dass ich mir vorstellen konnte: Ich habe etwas mehr Energie zugelegt und wie von mir erhofft, ist sie in einen schönen Galopp gesprungen und mit mir die Wiese entlanggehopst. Herrlich! Galoppieren tut sie bei solchen Sachen nicht gerne und lange war es auch durch die schlechte Atmung gar nicht möglich. Dass sie das ausgerechnet gestern, an einem so heißen Tag, nach einem langen Ponytag und auf der Wiese anbietet, hat mich fast zum weinen gebracht. So ein schönes Geschenk!

Das hat mir einfach gezeigt, dass es bei Ponys mit starken eigenem Willen nichts bringt, stur und dominant zu sein, sondern immer wieder leise anzufragen, beharrlich zu sein, viel Vorarbeit zu leisten, zu beweisen, dass man es wert ist. Denn nur dann entstehen solche Momente der völligen Einheit.

Mein Freund hat geistesgegenwärtig ein Video gedreht (er sagt, er hätte gespürt, dass was besonderes passieren wird <3 ) und es ist so schön! Wie wir uns beide freuen. Ich schreie vor Glück und Rán schaut aus wie ein stolzer, völlig selbstzufriedener Hengsti, oder nicht? 😉

Hier habe ich euch das Video hochgeladen – schaut doch mal selbst:

Soll ich euch mehr von unserem Projekt „Freiarbeit“ und dem „Grastraining“ erzählen? Wie ich das ganze erarbeite?

 

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14 Kommentare

  1. Claudia

    hi!

    Das Video ist echt wunderschön, es macht einen so unglaublich glücklich zu sehen, dass man den richtigen Weg geht… Ich gratuliere euch beiden!

    Zu deiner Frage, mich würde das Grastraining sehr interessieren. Mein Pflegepferd ist auch sehr verfressen. Sobald wir uns einer Wiese nähern gibt es nichts mehr ausser der Wiese!

    Daher wäre es für mich sehr interessant wie du das Kommando „Grasen“ etablierst bzw. wie du die Aufmerksamkeit bekommst.

    Danke für den schönen Artikel!

    Liebe Grüße
    Claudia

    Antworten
    1. ponyliebe (Beitrag Autor)

      Liebe Claudia,

      dann wird es selbstverständlich bald einen Artikel zum Thema Grastraining geben! 🙂

      Antworten
      1. Claudia

        hi!

        Juhu, da freu ich mich schon drauf!

        Liebe Grüße
        Claudia

        Antworten
        1. ponyliebe (Beitrag Autor)

          Und schon ist er da 🙂

          Antworten
          1. Claudia

            Da muss ich gleich lesen… 🙂

  2. Miri

    Wie schön!! Hach!! Wie schön!! 😀 Ich kann das genau nachvollziehen wie du dein „Ja!! JA!!!“ nicht mehr zurückhalten konntest! 😀 Danke, dass du uns an deinem Zaubermoment teilhaben lässt, richtig schön! Liebe Grüße xx

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    1. ponyliebe (Beitrag Autor)

      Hihi, danke 🙂

      Antworten
  3. Pferdeflüsterei

    Wie süüüüß! Und man sieht euch beiden die Freude richtig an <3 Ich freu mich richtig mit!! Alles Liebe, Petra

    Antworten
    1. ponyliebe (Beitrag Autor)

      Danke dir :-*

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  4. Christina

    Das ist soooo schön wie du dich freust! <3
    Da freut man sich automatisch mit 😀

    Liebste Grüße,
    Christina

    Antworten
    1. ponyliebe (Beitrag Autor)

      Danke dir, liebe Christina! 🙂

      Antworten
  5. Pingback: Sommerprobleme: Gras meistern

  6. Jule

    Hey,

    sehr schöne Bilder und noch schöneres Video! Auch wenn es nur kurz war, hatte ich total Pipi in den Augen, da sich dieser Moment wirklich unglaublich anfühlen muss und man dir die Freude so deutlich ansieht!
    Grastraining würde mich auch total interessieren, vorallem das konditionieren auf das Kommando „Grasen“. Bisher habe ich es nur immer so gemacht, dass ich meine Reitbeteiligungen nicht grasen habe lassen, da ich der Meinung bin, dass sie nicht zwischen Erlaubt und Verboten entscheiden können, ohne Kommando o.ä.!
    Und natürlich auch zur Freiarbeit liest man immer wieder gerne etwas!

    Ich freue mich schon darauf.

    Liebe Grüße
    Jule

    Antworten
    1. ponyliebe (Beitrag Autor)

      Hallo Jule, ach danke dir!! <3 Ich hab auch immer Pipi in den Augen und ein fettes Grinsen im Gesicht 😀
      Der Artikel zum Grastraining ist schon online! http://ponyliebe.com/2015/06/13/grastraining/ Da findest du ihn!
      Zur Freiarbeit kommt dann demnächst was! 🙂

      Antworten

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