Ponyliebe

Mattentraining

Ein Thema, das immer wieder auftaucht, ist das Mattentraining – verbunden mit der Frage nach der geeigneten Matte. Dieser Artikel beschäftigt sich mit grundlegenden Dingen rund um das Mattentraining: Was ist das eigentlich? Wie erkenne ich eine gute Matte und wo kann ich die dann kaufen? Wie bringe ich meinem Pferd diese Matte schonend bei? Und was kann ich eigentlich damit alles so machen??!

Was ist eigentlich Mattentraining?

 

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Danke an Patricia Bode für dieses schöne Trainingsbild 🙂

Dabei konditionierst du dein Pferd darauf, auf einem Fixpunkt (der Matte) stehen zu bleiben. Egal was du tust. Das kann super hilfreich sein – zum Beispiel bei diversen Alltagssituationen, in denen ruhiges Stehen erforderlich ist (Putzplatz, Schmied), aber auch, um Entspannung oder Pausen ins Training zu bekommen. Ganz nebenbei kann es dir die Erarbeitung anderer Elemente erleichtern, wie beispielsweise die Fußkoordination deines Pferdes, das Aufsteigen auf den Hänger, Distanzen abzuschätzen, etc.. Mögliche Einsätze sind:

 

 

Mattentraining Übung Nr.1: Stillstehen 🙂

Die Matte wird zur Entspannungsoase, die durch eine enorm hohe Clickrate sozusagen zum Paradies wird, so dass auch das zappeligste Pferd gerne darauf stehen bleiben möchte 🙂

Ist die Matte einmal so positiv besetzt, kannst du damit dein Pferd „parken“. Du kannst den Zeitraum des Stillstehens immer mehr verlängern. Dann kannst du beispielsweise die Matte beim Schmied oder beim Tierarzt mit einsetzen und so deinem Pferd viel Stress wegnehmen – denn es steht ja auf dem Paradies und wird mit Leckerli versorgt 🙂

Du kannst aber auch üben, dass dein Pferd auf der Matte stehen bleibt, während du dich entfernst und somit die Übung „Statue“ beginnen (also dass dein Pferd ruhig steht, und du dich entfernen kannst für einen gewissen Zeitraum – für Showeinlagen kann man das auch ganz witzig aufziehen 😉 )

Was ist eine gute Matte?

Du siehst – eine hervorragende Übung 🙂 Doch was nun als Matte nehmen? Hier gibt es ganz viele verschiedene Möglichkeiten – ich bitte dich nur darum, folgendes im Vorfeld zu überlegen: Soll  mein Pferd ganz draufpassen (eher sehr unmöglich), will ich für jeden Huf eine einzelne Matte, was muss die Matte aushalten können (sehr schweres Pferd, oral fixiertes Pferd). Wenn du diese Fragen beantwortet hast, wird es meistens ziemlich schnell klar, was für ein Objekt als Matte dienen wird 🙂 Ich habe mal die folgenden Dinge herausgesucht, die man dafür nehmen könnte:

  • Stuhlkissen (beispielsweise CILLA 3,99 von Ikea): Ein Stuhlkissen ist sehr weich und daher nicht gut geeignet, wenn du die Matte benutzt, um dein Pferd ruhig und balanciert darauf stehen lassen willst. Dafür ist sie aber gut geeignet zum Apportieren und als Targetpunkt – sei es für Mattentraining oder um andere Targets zu kontrollieren
  • Tischsets aller Art (besonders die aus glattem Plastik wie LJUDA für 0,99) eignen sich ebenfalls für Mattentraining: Enormer Vorteil hier – sie gehen zum einen sehr schwer kaputt und sind zum anderen immer schnell gereinigt! Durch das glatte Plastik und die dünne Fläche fällt es einem Pferd schwer, das Tischset mit dem Maul aufzunehmen. Wenn du also darauf achten möchtest, dass dein oral fixiertes Pferd keinen Anreizpunkt bekommt, könnte diese Variante interessant sein!

 

  • Waschmaschinenmatten eignen sich auch hervorragend fürs Mattentraining. Vorteil hier ist: Sie sind sehr stabil und rutschfest und damit auch gut für schwerere Pferde geeignet! (So ein Kaltihuf auf einem Tischset geht ja auch nicht 😉 ) Diese Matten gibt es im Baumarkt oder auch im Elektromarkt – eben bei den Waschmaschinen. Diese Matten sind nicht allzu teuer und äußerst robust. (Diese geniale Idee stammt von Heike Uthmann)

 

  • auch geeignet sind Turnmatten, wenn sie nicht zu weich sind, also dem Pferd einen festen Stand ermöglichen, wie zum Beispiel hier:
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Danke an Patricia Bode für das Bild 🙂

 

Wie fange ich das an?

 

Ich hänge mal ein Video an, ab Minute 1:11 kann man gut sehen, wie die Anfänge laufen können 🙂

Für dich bedeutet das, dass du deinem Pferd die folgenden Fragen stellen solltest:

1) Matte präsentieren: Traust du dich, dich der Matte zu nähern? Sie anzuschnauben?

2) Pferd nähert sich der Matte: Traust du dich näher zu kommen? Die Matte sogar zu berühren?? (Jackpot!)

3) Hufe auf die Matte: Schaffst du es, deine Hufe (einer langt zunächst) auf die  Matte zu stellen? Kannst du sie da auch eine Weile lang lassen? Kannst du mit beiden Vorderhufen auf der Matte stehen bleiben? (Wenn du willst auch mit den Hinterhufen 😉 )

Wichtig ist: Den Moment des Stehens auf der Matte musst du hochfrequentiert belohnen! Du willst, dass die Matte für dein Pferd das Paradies schlecht hin ist. Deine Clickrate ist also ENORM hoch, du belohnst so viel, dass du denkst, es ist zu viel! Aber das wird sich lohnen. Denn wenn dein Pferd davon überzeugt ist, dass es nichts tolleres gibt, als auf dieser Matte zu parken, dann hast du genau die  Grundlage geschaffen, aus der heraus du 1000 verschiedene Dinge mit der Matte machen kannst!

Dieses hochfrequentierte Belohnen sieht man bei diesem Video sehr schön 🙂

 

1000 Trainingsmöglichkeiten mit dem Mattentraining

Die Grundlage von allem ist das Stillstehen, oder Parken auf der Matte. Davon ausgehend kannst du dir das nun für folgende Bereiche zu Nutze machen:

– Medical Training: Egal, ob der Hufschmied da ist, der Tierarzt oder du am Ende sogar selbst Medikamente verabreichen oder Spritzen setzen musst – ein geparktes, ruhiges und entspanntes Pferd ist dabei auf alle Fälle gold wert (bei Hufschmied und Tierarzt bringt dir das sogar wertvolle Pluspunkte ein 😉 )

Ein Beispiel: Dein Pferd muss inhalieren. Das ist für Pferde erstens sinnlos, zweitens gruselig und drittens das größte No-Go der Welt (und für Rán der Endgegner schlechthin). Da das Inhalationsgerät aber irre teuer ist, möchtest du, dass dein Pferd ruhig einparkt und mitmacht. Hier kann das Mattentraining enorm helfen. Während des Inhalierens kann man nicht clickern bzw nicht belohnen, aber mit genug Vorlauf ist für dein Pferd die Matte an sich schon so ein toller, paradiesischer Ort, dass es gerne und entspannt darauf stehen bleibt.

– Grunderziehung: Wenn dein Pferd auf der Matte parken kann, kannst du ihm beispielweise beibringen, auf ein Kommando ruhig stehen zu bleiben, egal, wie weit du weggehst. Sobald das Kommando für das Stehenbleiben (zB „Bleib“) etabliert ist, kannst du die Matte nach und nach ausschleichen und am Ende klappt es auch ohne tadellos 🙂

Ein Beispiel: Dein Pferd versteht nicht, warum es stehen bleiben sollte und euch beide frustriert die Übung schon sehr. Die Matte ist ja für dein Pferd ein toller Ort zu bleiben, denn bekanntermaßen gibt es da immer Leckerlis (klar, am Anfang gab es mehr, aber es wird immer viele geben, nur manchmal eben auch erst nach einer gewissen Zeit – das akzeptiert dein Pferd sehr schnell!) – daher kann diese Methode die Möglichkeit sein, doch ein parkendes Pferd zu kriegen, dass du verlassen kannst.

– Hängertraining kann auch mit Hilfe einer Matte stattfinden – diese wandert dann immer weiter und kann zu Beginn (solange man noch nicht fährt) das Stehen im Hänger verschönern!

– … um den Blogartikel nicht zu sprengen, sei an dieser Stelle ein Ende gesetzt – aber du siehst ganz gut: Mit ein bisschen Kreativität sind die 1000 Möglichkeiten sehr realistisch erreichbar 🙂

 

Fazit

– auf eine stabile, an das Pferd angepasste Matte achten

– hochfrequentiert belohnen

– kreativ sein 🙂

 

–> Für mich eine wunderbare Übung, mit eine der vielfältigsten Übungen überhaupt (es sei aber angemerkt, dass die Matte ein Bodentarget ist, also auch in die Oberkategorie „Target“ fällt und damit kann man halt einfach am meisten machen 😛 ), die ich dir wirklich nur absolut ans Herz legen kann! <3

 

Machst du Mattentraining?

 

 

 

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2 Kommentare

  1. Sabine

    Super, toller Artikel! Danke Ann-Christin hat mich gleich motiviert das Mattentraining auch noch mal anzugehen

    Antworten
    1. ponyliebe (Beitrag Autor)

      Oh danke dir, das freut mich sehr 🙂

      Antworten

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