Ponyliebe

Meine Top 3 gegen das Sommerekzem

Mit dem Frühling naht leider wieder die schlimme Zeit für alle Ekzemerponys. So schnell hast du dich gar nicht umgesehen, da ist die mühsam im Winter gezüchtete Mähne wieder abgeschubbert und die Schweifrübe blutig gekratzt. Wir haben letzten Sommer das erste Mal einen Selbstversuch gestartet und Rán ganz ohne Chemie behandelt. Das heißt, wir haben kein Equimyl und dergleichen verwendet, sondern versucht mit chemiefreien Produkten zu arbeiten.

Das hat wirklich super funktioniert! Rán sah nicht schlimmer aus, als in den Jahren zuvor (und sie schubbert wirklich sehr stark!).

 

Wie immer gilt: FRÜHZEITIG handeln!! Nicht erst, wenn die Mähne schon halb weg ist. Dann kann man nur noch retten. Sobald es wärmer wird muss konsequent die Decke drauf und die tägliche Pflegeprozedur begonnen werden. Nur so kann man schlimmeres verhindern. Für uns bedeutet das mit dem aktuellen warmen Wetter: Die halbe Decke ist schon wieder drauf und es wird fleißig geschmiert 🙂

 

Du fragst dich gerade, was das Ekzem eigentlich ist und wie es verursacht wird? Dann kann ich dir diesen Artikel auf Pferdebiester sehr ans Herz legen – er fasst kurz und knapp alle wichtigen Infos zusammen!

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Natürlich gibt es noch viel mehr Möglichkeiten, wie du deinen Ekzemer unterstützen kannst, viele Infos dazu findest du zB auch in dieser Facebook-Gruppe. Hier soll es wirklich nur um unsere Top-3 gehen, mit denen wir (also Ráns Besitzerin und ich) letzten Sommer sehr gute Erfahrungen gemacht haben!

  1. Nissenkamm

Nichts geht über diesen Kamm! Der ist ein wahres Wunder bei einem Ekzemerpony. Durch die gaaaanz fein aneinanderstehenden Drähte kannst du mit ihm spielend leicht Schuppen aus Mähne, Schweif und Fell entfernen. Ich habe da folgende Prozedur entwickelt:

Erst mit einem normalen Mähnenkamm/-bürste die Mähne sorgsam durchkämmen, dabei erste große Bröckelchen entfernen.

Dann nimmst du den Nissenkamm und teilst dir die Mähne Stück für Stück auf. Ich beginne meistens hinten. Immer zuerst direkt am Scheitel. Danach klappe ich die Mähne auf, damit ich auch wirklich alle Stellen erwische. Ähnlich wie beim Haare färben, bilde ich immer neue Scheitel (senkrecht und waagerecht), wenn ich mit einer Stelle komplett fertig bin, wandere ich ein Stückchen weiter.

Obacht: Das dauert eine Weile, aber: Wenn man es wirklich sorgsam macht und spätestens alle zwei Tage wiederholt, stellt sich da eine Routine ein und die Arbeit wird auch weniger!

 

Nissenkämme gibt es in Apotheken und Drogeriemärkten.

 

  1. Birkenhaarwasser

Birkenhaarwasser soll beim Menschen gegen Schuppen helfen und zu dichterem Haar verhelfen. Super – genau das, was wir für unsere Ekzemerponys brauchen, oder? Generell muss ich dazu sagen: Birkenhaarwasser ist natürlich kein Wundermittel. Aber es scheint wirklich gegen den Juckreiz zu helfen.

Dabei sind zwei Dinge zu beachten:

  • Niemals auf offene Stellen auftragen!!
  • Birkenhaarwasser mit Fett kaufen, damit es nicht ins Gegenteil umschlägt und austrocknend wirkt

Wir benutzen das Birkenhaarwasser nicht täglich, sondern nur ab und zu. Oft zwischen den Heilerde-Tagen.

Birkenhaarwasser findest du in jedem Drogeriemarkt bei den Shampoos, oft ganz unten im Regal.

  1. Heilerde

Heilerde ist eine feine Sache. Bestimmt kennst du sie als Gesichtsmaske, das ist wohl die bekannteste Nutzform. Dabei kann Heilerde wirklich viel – zum Beispiel auch bei schmerzenden Gelenken helfen! Bei Pferden beruhigt sie angespannte Ekzemerhaut und legt obendrein noch einen Schutzmantel über die Haut, so dass Mücken und Co nicht mehr so leicht angreifen können.

Heilerde, zB von Luvos, gibt es nicht nur in kleinen Maskentütchen, sondern auch in Pulverform und da auch in sehr großen Gebinden (bis zu 1kg). Dieses Pulver musst du vorsichtig mit Wasser zu einem Brei anrühren, Konsistenz je nachdem, wie es dir lieber ist, ich mach es sehr pampig, weil es dann gut und lange klebt.

Diesen Brei schmierst du dann einfach auf die Haut. Wir kleistern Rán damit wirklich von oben bis unten zu 😀

Gerade entlang der Bauchnaht entsteht so eine schöne Schutzschicht gegen die gemeinen Kriebelmücken. Bei Mähne und Schweif musst du darauf achten, dass du die Creme nicht auf die Haare, sondern wirklich auf die Haut schmierst.

Wenn es dir zu eklig ist, das mit den Fingern zu machen, empfehle ich dir einen Einweghandschuh (den man auch öfter benutzen kann).

Der große Vorteil ist: Solange es nicht gerade regnet, hält die Heilerde 2-3 Tage.

 

Ich muss sagen: Diese Heilerdekruste ist wirklich klasse! Damit kann man genau die Stellen zusätzlich schützen, die von der Ekzemerdecke nicht oder nur halb bedeckt werden.

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Hier kann man ganz gut einzelne beschmierte Stellen entdecken, die eben trotz der Decke völlig ungeschützt sind 🙂

 

Am Ende ist mir noch wichtig zu sagen, dass gerade bei Ekzemerpferden leider keine allgemeingültigen Aussagen zu treffen sind, weil ja auch die Allergien die zu Grunde liegen, oft sehr unterschiedlich sind! Die drei genannten Produkte haben uns letzten Sommer wirklich sehr geholfen! Rán war nur eine einzige Woche blutig gekratzt, sonst deutlich ruhiger als sonst. Meiner Meinung nach hat auch die Zebra-Ekzemerdecke ihren Teil dazu beigetragen, dass die lästigen Stechtiere weggeblieben sind!

Dieses Jahr wird bei uns neu im Einsatz sein: Ballistol Animal, welches wir schon seit einigen Tagen benutzen. Außerdem hat sich die Besitzerin umfassend Futtertechnisch beraten lassen, um Rán auch mit Futter von innen heraus unterstützen zu können.

Was sind deine Lieblingsprodukte im Kampf gegen den Juckreiz?

 

Lesetipps: Auf der Reitarena wird umfassend der Hintergrund des Sommerekzems erklärt.

Ebenso berichtet Katrin Skaletz auf ihrem Blog über Fütterung und Pflege beim Ekzem.

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2 Kommentare

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