Ponyliebe

Wie du durch Clickern zum Filmstar wirst

Spannende √úberschrift, oder? ūüėČ Clickertraining und Filmstar?

Sei ehrlich – hast du dich kurz in einer gl√§nzenden Robe √ľber einen roten Teppich vor einem ganz bestimmten Academyhaus in L.A. gesehen? Deinen Namen in einem innerlich ablaufenden Abspann gefeiert?

Leider muss ich dich da ein bisschen entt√§uschen…aber trotzdem kannst du ein kleiner Filmstar werden. N√§mlich dein ganz pers√∂nlicher! Wenn du – so wie ich – viel ohne Trainer clickerst, musst du dir √ľberlegen, wie du es schaffst, dich kontinuierlich zu verbessern und Fehler zu finden, um diese zuk√ľnftig zu verhindern. Das geht aber nunmal nicht so einfach. Denn w√§hrend du clickerst, kannst du dich schlecht beobachten – deine Aufmerksamkeit liegt schlie√ülich zu 100% bei deinem Pferd. Deshalb ist mein Tipp: Filme dich!

Dazu brauchst du nur eine kleine Digitalkamera, dein Handy, oder eine Actioncam, ein kleines Dreibeinstativ (ich kann hier sehr ein Kugelstativ empfehlen, weil man das wirklich √ľberall anbringen kann, selbst da, wo man denkt, dass es niemals halten wird ūüėČ ) und ein Programm auf deinem PC, mit dem du das Video anschauen kannst (auf Windows PCs ist meist von vornherein bereits eines installiert).

Kamera Susanne Gr√ľndl

So ein Dreibeinkugelstativ, doer auch Gorillastativ, kann echt einiges! Quelle: Susanne Gr√ľndl

 

 

Dazu eine Prise Disziplin (Kameraakku immer geladen, Kamera immer dabei, Kamera immer anschalten) und Mut – und los geht’s!

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Mut, warum Mut?

Nunja…nicht alles, was du auf deinem Film entdecken wirst, wird dich freuen. Wenn du so selbstkritisch bist wie ich, wird es eher so sein, dass du circa 80% kritisierst und dir auch bei kleinen Dingen denkst, dass du da noch was √§ndern k√∂nntest. Aber das ist gut! Denn wenn du diese Sachen bemerkst, dann wirst du sie √§ndern k√∂nnen. Zu Beginn fallen dir vielleicht eher gro√üe Fehler auf, nach und nach wirst du aber auch die Feinheiten bemerken – wenn du soweit bist, dann hast du schon eine bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht! Du hast gelernt, dich selbst ehrlich zu reflektieren. Im besten Fall kannst du die gewonnenen Erkenntnisse in der n√§chsten Trainingseinheit anwenden und verbessern. Somit siehst du zwar meistens immer noch Fehler bei jeder Einheit, aber auch immer mehr Verbesserung – und die belohnt dich dann f√ľr deinen Mut und deine Ehrlichkeit!

Praxisbeispiel gefällig?

Erst in den letzten beiden Wochen ist mir wieder aufgefallen, wie wichtig es f√ľr mich selbst ist, mich zu filmen. Warum berichte ich dir hier etwas ausf√ľhrlicher:

Vor einiger Zeit schon habe ich dieses Video auf dem Youtube-Kanal von Viviane Theby entdeckt und war begeistert.

Eine √úbung, die wirklich eine Herausforderung ist – sowohl f√ľr den Mensch, als auch f√ľr das Pferd! Freies Folgen im Kreis ist relativ einfach, aber dabei eine Acht zu laufen, das hei√üt einen Richtungswechsel miteinzubauen (und damit das Pferd einmal innen und einmal au√üen laufen zu lassen), ist eine ganz andere Geschichte. Wenn man dazu auch noch einen Mittelpunkt miteinbaut, an dem sich ein Target befindet, erreicht man hier eine vermeintlich leicht aussehende √úbung, die tats√§chlich einen hohen Anforderungsgrad an das P√§√§rchen hat.

Der Mensch darf nicht zu viel verlangen, muss sich genau √ľberlegen, wie er diese √úbung aufsplitten kann. Er muss genug Energie mitbringen, um flei√üig nach vorne zu gehen, aber auch dem Pferd genug Raum geben, um mitzudenken und selbst zu entscheiden. Das Pferd muss sich daran gew√∂hnen, dem Menschen bedingungslos zu folgen, sich selbst zu korrigieren, um an die Belohnung zu kommen und gegebenenfalls das Target nur auf Signal hin zu ber√ľhren.

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F√ľr R√°n und mich hei√üt das im konkreten Sinn: Das Target wird das Schwierigste sein. Zum einen f√§llt es R√°n nicht leicht, ihr geliebtes Spielzeug links liegen zu lassen. Zum anderen kann sie kaum nur kurz damit spielen. Da ich gerade eh dabei bin, das Target streng auf Signalkontrolle hin zu etablieren, nutze ich diese √úbung auch unterst√ľtzend.

In unserem ersten Versuch hat sich mir gezeigt, warum diese √úbung so schwer ist. V√∂llig unbedarft bin ich mit R√°n entlanggestapft und hatte schwuppsdiwupps ein unzufriedenes, bockiges St√ľtchen neben mir, dass mir keinen Schritt mehr folgen wollte. Was war das Problem? Ich habe viel zu wenig geclickt, und damit R√°n nicht deutlich genug gezeigt, dass das im Kreis gehen grad nicht sinnlos ist, sondern genau das, was ich m√∂chte. Zudem war in der Mitte schon das Target aufgebaut und R√°n wollte viel lieber zeigen, wie gut sie diese √úbung verstanden hat…Klingt toll meine Reflexion, gell. Die ist mir aber nicht in diesem Moment gekommen. In diesem Moment n√§mlich habe ich die √úbung abgebrochen¬†und mich mal wieder schwarz ge√§rgert und mir daheim das Video davon in Ruhe angesehen und analysiert. Erst dabei ist mir zum Beispiel aufgefallen, dass ich viel zu selten geclickt habe und √ľberhaupt nicht kleinschrittig genug an die √úbung herangegangen bin…man sollte meinen, dass ich das langsam intus h√§tte. Schlie√ülich predige ich es ja oft genug. Aber du siehst: Es ist noch kein¬† Meister vom Himmel gefallen und ich f√ľr meinen Teil bin nicht jeden Tag so √ľberlegt und gut vorbereitet aufs Clickern, wie ich es gerne h√§tte.

Mit diesen Erkenntnissen im Kopf habe ich dann nochmal einen zweiten Versuch gestartet. Wieder habe ich das Target bereits zu Beginn in die Mitte gestellt, diesesmal versuchte ich aber, das richtige Gehen häufiger zu belohnen und mit einem sehr niedrigen Schwierigkeitsgrad zu beginnen Рnämlich einem großen Kreis, der nur nach und nach enger wurde. Erst, als sie wirklich fein neben mir herlief, habe ich das Target miteinbezogen. Wenn du dir das Video ansiehst, wird dir schnell auffallen, dass ich hier dennoch wieder einen Fehler gemacht habe.

Filmen macht deine Trainingseinheiten noch effektiver ūüôā

Genau das ist der Grund, warum ich alle meine Clickereinheiten filme. Es ist zwar nicht immer angenehm, sich daheim beim Fehler machen zu beobachten, aber es hilft ungemein. Vor allem, wenn man richtigen Bl√∂dsinn gemacht hat – das ist mir dann n√§mlich so peinlich, dass ich es bestimmt kein zweites Mal machen werde ūüėÄ Aber: Man sieht ja nicht nur negative Dinge, man sieht auch deutliche Verbesserungen, tolle Aktionen und richtig gut gegl√ľckte Interaktionen mit dem Pony. Mir hilft das sehr – ich kann es dir nur empfehlen!

 

Lesetipp: Eine andere Idee des Filmstars hat Miri von MeinFaible in ihrem Artikel aufgegriffen ūüėȬ†

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5 Kommentare

  1. caro8508

    Oh sehr cool! ūüôā Ich filme auch oft meine Clickereinheiten! Dein Video finde ich super: Es zeigt alles ūüėÄ . Positiv und negativ. Finde ich sehr mutig! ūüôā
    Was ist denn dein Signal zum Nebenherlaufen. Machst du etwas mit der Hand und was ist dein Kommando? ūüėČ

    Antworten
    1. annibirdy

      Hm…meistens kommt sie auf „Na komm“ oder sowas und meine K√∂rpersprache mit. Wenn nicht, dann versuche ich neben der Schulter loszugehen und nutze unterst√ľtzend das Handtarget (oder kitzel am Popo).

      Und ja – mutig will ich hier ja sein. Ich will nicht nur die perfekten Seiten zeigen: Lernen funktioniert in Wellen und nur so gibt es goldene Glanzmomente,die ganz besonders funkeln und scheinen <3

      Antworten
  2. Pingback: Die 5 hilfreichsten B√ľcher f√ľr deinen Start ins Clickertraining | Ponyliebe

  3. Pingback: F√°fnir lernt Clickern

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