Ponyliebe

7 Gründe, warum du anfangen solltest zu clickern

Clickertraining ist eine großartige Trainingsweise: Es macht Spaß, ist dynamisch, macht dich kreativ, vereint dich und dein Pferd zu einer tollen Einheit…! Trotzdem lebst du noch ohne? Dann habe ich hier 7 Gründe, warum du wirklich anfangen solltest zu clickern!

P.S.: Für alle eingefleischten Clickerer sind diese Gründe ebenfalls  gut geeignet – damit könnt ihr nämlich den „Rest“ von unserer tollen Trainingsweise überzeugen 🙂

1. Der Erfolg vom Clickertraining ist wissenschaftlich bewiesen!

Clickertraining basiert auf dem Prinzip des „Operanten Konditionierens“ nach Skinner. Dabei wird der Effekt genutzt, dass ein Verhalten umso öfter gezeigt wird, wenn auf eben dieses eine positive Konsequenz folgt. Im breiten Feld des Operanten Konditionierens bewegt man sich also genauer im „Lernen am Erfolg“ nach Thorndike. Für mein Pony Rán ist so eine positive Konsequenz eine Karotte, ein Apfelschnitz, ein Leckerli, etc. Bei manchen Pferden kann man auch mit einer Streicheleinheit loben. Du siehst also – hinter dem Begriff Clickern verbirgt sich eine wissenschaftliche Lerntheorie, welche mit positiver Verstärkung arbeitet. Clickertraining ist sozusagen eine Kommunikationsmethode, die auf „Ja – richtig, weiter so!“ beruht.

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2. Win-Win Situation für dich und dein Pferd

Ganz besonders wichtig für dieses „Lernen am Erfolg“ ist, dass die Belohnung direkt auf das gewünschte Verhalten erfolgen muss. Der Zeitraum liegt bei Pferden hier bei max. 2 Sekunden. Und genau da kommt der Clicker ins Spiel: Das Klickgeräusch an sich ist keine Belohnung, sondern ein Markersignal für das gewünschte Verhalten. Der Clicker überbrückt also sozusagen den Zeitraum von der Markierung des richtigen Verhaltens bis zur Belohnung. Das Markersignal gibt dem Pferd eine sehr genaue Information darüber, was es richtig gemacht hat und womit es sich die Belohnung verdient hat. Das macht es für dein Pferd leichter dieses Verhalten immer öfter zu zeigen, um mehr Belohnungen zu kriegen. Die Benutzung des Markersignals erspart deinem Pferd das Rätselraten während des Lernprozesses. Wenn das Signal dann immer mit etwas gepaart ist, was dein Pferd will (z.B. ein Leckerli), kriegst du mehr von dem Verhalten, welches du dir wünschst. Es entsteht also eine Win-Win-Situation für euch beide! Denn dein Pferd ist zufrieden, weil es genau weiß, was es richtig macht und dafür belohnt wird und du bist glücklich, weil du ein zufriedenes Pferd vor dir hast. 🙂

P.S.: Beim Clickern lässt du dein Pferd aus dessen Sicht ja arbeiten – und du würdest doch auch nicht ohne BeLohnung arbeiten, oder?

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 3. Clickern verändert dich ins Positive

Beim Clickern musst du ganz schön viel lernen, vielleicht sogar mehr als dein Pferd. Du musst geduldig sein, kreativ, schnell und zielgerichtet clicken, dir überlegen, wie du ein Ziel erreichen kannst – also wie viele Kleinschritte du mit deinem Pferd erüben musst, bis du das gewünschte Endergebnis erreichst. Außerdem macht dich die Arbeit mit deinem Pferd zum Teamplayer – du achtest nämlich nicht mehr nur noch auf dich, sondern überlegst sehr viel, wie es deinem Pferd dabei geht, wie du etwas machen musst, damit dein Pferd das kann, etc. Du wirst sehr reflektiert und selbstkritisch werden. Denn wenn etwas beim Clickern nicht klappt, dann liegt der Fehler meistens bei dir…das ist unangenehm, aber oft wahr. Wenn du zu viel von deinem Pferd verlangst, oder zu viel Druck aufbaust, wird es blockieren. Du wirst lernen, dich zu korrigieren, Ratschläge und Hilfe anzunehmen und dadurch lernst du immer mehr dein wahres Selbst kennen.

Clickertraining trainiert in Wahrheit also uns Menschen noch viel mehr, als unsere Pferde.

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4. Clickern verändert die Beziehung zwischen dir und deinem Pferd

Etwas ganz entscheidendes passiert nämlich aus der Sicht deines Pferdes: Du nimmst es wahr und hörst ihm zu. Du gibst ihm das Recht mitzuentscheiden und auch mal Nein sagen zu dürfen.

Das ist nicht immer einfach, aber die Arbeit ausschließlich mit positiver Bestärkung wird reichlich belohnt: Mit einem Pferd, das freudig immer zu dir gelaufen kommt, das gerne mitarbeitet (aber auch mal einen schlechten Tag haben darf), das sich vertrauensvoll von dir führen lässt und dir immer gerne folgen wird.

Ihr werdet gegenseitiges Vertrauen aufbauen, auf das andere neidisch sein werden. Scheinbar spielend leicht kannst du deinem Pferd neue Übungen beibringen und es zu einem tollen Begleiter ausbilden, der mit dir durch dick und dünn gehen wird!

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5. Clickertraining ist leistungsfähig!

Mit Hilfe des Clickerns kannst du deinem Pferd sehr schnell Verhalten beibringen, die es von sich aus vielleicht niemals zeigen würde (zum Beispiel mit der Hüfte auf deine Hand zukommen). Sogar sehr komplizierte Dinge kannst du deinem Pferd mit Clickern beibringen, indem du das Training in viele kleine Teilschritte zerlegst und dich somit Schritt für Schritt dem gewünschten Endverhalten näherst. Oft ist es sogar so, dass dann am Ende noch etwas viel großartigeres herauskommt, als du es ursprünglich wolltest. Nämlich weil dein Pferd ein Mitspracherecht hat und auch von sich selbst Verhalten anbieten wird, die manchmal einfach toll sind! Und immer gilt: Die vielen kleinen Teilschritte, die dir zunächst vielleicht mühsam erscheinen, werden am Ende zu einem Verhalten, das dein Pferd mühelos zeigen kann.

Dabei ist nur eine Sache wichtig: Nur weil du es kannst, heißt das nicht, dass du es sollst!

Du musst immer bedenken, ob das Verhalten gut für dein Pferd ist – aus physischer und psychischer Sichtweise. Denn was du willst und was dein Pferd braucht, stimmt nicht zwangsweise überein. Aber: Da man mit Clickertraining ja nahezu alles erarbeiten kann, findest du ganz bestimmt immer etwas, was gut für dein Pferd ist und euch beiden herrlich viel Spaß macht 🙂

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6. Clicker Training ist eine gute Erziehung für dein Pferd!

Oft höre ich Aussagen wie „Mein Pferd ist so unhöflich“, „Mein Pferd ist ein echter Rüpel“ oder sehe bettelnde Pferde, deren Verhalten noch durch Aufmerksamkeit belohnt wird. Auch wenn es oft so dargestellt wird – aber ein gut erzogenes Clickerpferd zeigt solche Verhalten nicht! Weil es gelernt hat, dass es sich nicht lohnt. Lohnenswert sind für ein Clickerpferd die Verhalten, die mittels Click und Belohnung als richtig markiert werden. Wenn du konsequent bist, kannst du dir ganz einfach und allein durch „Ja-Sagen“ ein tolles Pferd erziehen, auf das viele andere neidisch sein werden. Ganz zu schweigen, von eurer tollen Beziehung. Denn mal ganz ehrlich: Du verbringst deine Zeit doch auch lieber mit den netten Leuten, als mit denen, die dich immer kritisieren?

7. Clickern macht Spaß!

Du kannst so viel Quatschi und Schabernack machen, und das dann kombinieren mit Übungen, die dein Pferd muskulär aufbauen, ihm einen gut trainierten Rücken bescheren und nebenbei nimmst du deinem Pferd noch die Angst vor gruseligen Schreckmonstern. Da alles, was ihr gemeinsam erreichen werdet, einmal von dir durchgeplant wurde, siehst du richtig, dass sich die Arbeit wahnsinnig lohnt. Das Vertrauen zwischen euch führt zu sooooooooooo viel Spaß miteinander!

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Ich finde es großartig, wenn ich etwas finde, was Rán richtig, richtig viel Spaß macht! So habe ich schnell herausgefunden, dass sie es liebt, Dinge ins Maul zu nehmen oder generell mit dem Maul zu arbeiten und habe den absoluten Treffer mit den Pylonen gelandet.

 

Fazit:

Clickern ist also ähnlich wie NHS nach Parelli eine Trainingsmethode, die auf lernpsychologischen Grundlagen beruht. Das heißt: Mit Clickertraining kannst du dein Pferd von Grund auf ausbilden – welche Reitweise du bevorzugst, bleibt völlig dir überlassen. Ich bin mehr im isländischen/englischen Stil angesiedelt. Aber deinem Pferd ist es egal, ob du Western oder wie auch immer reitest oder gar nicht reitest – für dein Pferd zählt, dass es durch das Clickern ein Mitspracherecht erhält und merkt, dass es mitdenken darf und soll. Das wird eure Beziehung zueinander sehr verändern 🙂

 

Wenn du jetzt gerne anfangen willst, aber dich fragst, WIE?, dann kann ich dir zu einem Blick in meine Grundlagenkategorie raten – da findest du Ideen und Hintergründe für den Beginn! 🙂

Auch Sylvia von motionclick.de hat eine Liste verfasst, nämlich eine 10 Schritt Anleitung für Clickeranfänger, an der du dich grob orientieren kannst 🙂

Für mehr Infos über das Clickern kann ich dir sehr die Seite von Alexandra Kurland ans Herz legen, die mich auch für diesen Artikel bei dem ein oder anderen Punkt inspiriert hat!

 

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6 Kommentare

  1. caro8508

    Du schreibst so phänomenal!!!! 🙂 <3

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    1. annibirdy

      Danke dir 🙂 Da werd ich ja ganz rot 😀

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      1. caro8508

        Zu recht! 😛

        Antworten
  2. Ann-Kathrin

    Hallo 🙂 ich habe eben Deinen Blog gefunden und finde die Artikel echt interessant und gut aufgebaut! Vor kurzem habe ich selber auch mit dem Bloggen angefangen. Ich schreibe vor allem über meine eigenen Pferde. Er steckt momentan zwar noch in den Kinderschuhen, aber ich will in meinen Posts auch auf Themen wie das Clickertraining eingehen…. Vor ein paar Tagen habe ich mir zum Clickern beispielsweise eigene Leckerlies gebacken und dazu einen Erfahrungsbericht verfasst. Ich würde mich freuen, wenn Du mal vorbei schaust 🙂

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    1. Ann-Kathrin

      meinen Blog findest du übrigens unter http://www.horse-log.blogspot.de

      (ich hatte im Absenderfeld eben leider einen Fehler gemacht)

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  3. Pingback: Clickertraining für Pferde: Grundlagen, Training und Vorurteile - PferdeSpiegel

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